Vitamine

Vitamin C

Vitamin C - bei Mangel oder Fehlen: Scorbut

Vitamin C ist unter der Bezeichnung für seinen chemischen Grundstoff, der Ascorbinsäure , bekannt und wird von der Lebensmittelindustrie als Antioxydans eingesetzt. Die Symptome von Scorbut sind: Fieberzustände; Anämie, Blutungen, vor allem des Zahnfleisch und des Unterhautgewebes (Hämatome); Störungen in der Funktion von Magen und Darm; Herzprobleme mit u.U. tödlichem Ausgang.

Dazu muß man anmerken, daß Scorbut eine geläufige Krankheit war zur Zeit der Segelschiffahrt, im 18. Jahrhundert, wenn auf langen Reisen sämtliche Nahrung gepökelt war (Konservierung!). Ein Überschuß an Salz (NACI) behindert enzymatische Vorgänge, die mit Provitaminen oder Vitaminen selbst zu tun haben.

Zahlreiche Tiere können Vitamin C aus einer Vorstufe davon herstellen und es ist mehr als wahrscheinlich, das der Mensch diese Fähigkeit ebenfalls besaß, bis er soweit degeneriert war, daß er sie verloren hatte (Die Eskimos beitzen sie zweifellos immer noch).

Zitronen und Orangen enthalten nach landläufiger Meinung reichlich Vitamin C. Zitrusfrüchte enthalten etwa 188 mg auf 100 g, Chinakohl dagegen bereits 110 mg, Broccolie 400 mg, Grünkohl 192 mg, Rettich 106 mg und Daikon 113 mg, Blumenkohl 354 mg, schwarzer Rettich 268 mg, Sojabohnen 130 mg, Spinat 231 mg, Erdbeeren 257 mg, Rindfleisch 1 mg und Salat 28 mg. (Zahlenwerte des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums)

Algen enthalten je 100 g an Vitamin C: Nori 20 mg, Kombu 11 mg, Wakame 15 mg. Brennesseln enthalten ebenfalls viel Vitamin C.

Angeblich enthalten Getreide kein Vitamin C, wir sind da weniger extremer Meinung; zwar kommt es nicht in wesentlichen Mengen vor, das ist richtig, aber zugegebenermaßen doch mehr als Spuren. Tatsächlich waren wir nicht schlecht erstaunt, als die Analyse einer Mehlmischung, die zu 95,7 Prozent aus Getreide, aus Hülsenfrüchten und ölhaltiger Saat (ohne Vitamin C) besteht, einen Vitamin-C-Gehalt ergab, der den Tagesbedarf eines Babys befriedigt hätte, und das trotz der Wärmebehandlung beim Trocknen der Mischung. (Durchgeführt wurde diese Untersuchung von einem unabhängigen Universitätslabor)

Claude Albert hat darauf hingewiesen, daß der Vitamin-C-Gehalt von Sauerkraut im Laufe des Gärungsprozesses stark zunimmt. Gärung allgemein bewirkt übrigens eine Anreicherung mit Vitaminen, so etwa bei Tempeh, wo der Gehalt an B2, PP, B5, B6, Biotin und B12 nach Abschluß der Gärung deutlich höher ist als anfangs.

Vitamin C ist nicht nur das Anti-Scorbut-Vitamin, sondern beugt auch Infektionen und Anämien vor; eine sinnvolle Tagesdosis an Vitamin C trägt tatsächlich dazu bei, im Winter Grippe und Erkältung vermeiden zu helfen. Dies allerdings nur im Rahmen des allgemeinen Gleichgewichts. Es genügt nicht, speziell das eine oder andere Vitamin einzunehmen, sondern die Ernährung insgesamt muß die verschiedenen Vitamine, die in den Stoffwechsel eingehen, in ausgewogenem Verhältnis enthalten.

Der Tagesbedarf an Vitamin C liegt bei 30 bis 60 mg.

Eine C-Hypervitaminose zeigt sich u.a. in folgenden Symptomen: Verlangsamung des Herzschlags, periphere Gefäßerweiterung, Absinken des Blutdrucks, verstärkte Darmperistaltik und Diurese, möglicherweise Hypoglykämie. Sowohl das symphatische als auch das parasymphatische Nervensystem leiden unter den Mega-Dosen, die speziell zur Winterzeit oft verordnet werden. Wenn man klug ist, schluckt man kein zusätzliches Vitamin C, eine gute Ernährung ist vollkommen ausreichend und gefährdet nicht die Nierenfunktion.

Es muß noch auf einen Artikel von Catherine Reygnault-Roger hingewiesen werden, die feststellt, daß die Anti-Scorbut-Wirkung von Vitamin C nur in Gegenwart des sogenannten C2-Faktors existiert; es handelt sich hierbei um Flavocoenzyme, im speziellen um 3-Hydroxy-Flavon. Schon Bezssonoff, Randoin und Lecoq hatten nachgewiesen, daß in Zitrusfrüchten zwei Anti-Scorbut-Faktoren enthalten sind, das sogenannte C1 und C2. Györgyi und seine Mitarbeiter konnten zeigen, das sich Scorbut mit dem Saft von Zitrusfrüchten wirkungsvoll bekämpfen läßt, während Ascorbinsäure allein unwirksam ist.

Diesen Forschungsergebnissen sollte Rechnung getragen werden, wenn in Fällen von Scorbut Vitamin C, d.h. reine Ascorbinsäure, verordnet wird. Außerdem scheint der C2-Faktor eine Art Oxydationsschutz gegen Ascorbinsäure darzustellen, so daß die Kombination von Vitamin C und C2-Faktor die Auswirkungen einer C-Hypervitaminose in Grenzen halten könnte, wie sie durch zu hohe Ascorbinsäuredosen leider allzu oft hervorgerufen wird.

Quelle: Hippokrates hatte recht / Ost West Verlag / Hubert Descamps