Vitamine

Vitamin B3

Vitamin B3 oder PP - bei Mangel oder Fehlen: Pellagra

Sein aktiver Wirkstoff ist die Nikotinsäure, auch Niacin genannt, bzw. deren Amid: Nikotinamid oder Niacinamid.

Symptome von Pellagra sind: Dermatitis am Hals, im Gesicht, auf dem Handrücken: Verdauungsstörungen mit Durchfall, geistige Verwirrung bis zur Demenz; bevor der Patient stirbt, färbt sich der Harn rot, weil die Porphyrine des Blutes ausgeschieden werden.

Die Pellagra forderte zahlreiche Todesopfer in Gegenden, wo sich die Bevölkerung ausschließlich von Mais ernährte. Mais entält wenig Tryptophan, das die Vorstufe von Niacinamid ist; Mais an sich enthält genug Niacin, aber in einer für den Darm nicht assimilierbaren Form. Um dieses N iacin freizusetzen und damit assimilierbar zu machen, genügt es, den Mais alkalisch zuzubereiten; deshalb lassen manche Indiostämme Zentralamerikas den Mais in Kalkwasser quellen, bevor sie ihn essen. Unter diesen Umständen und in Verbindung mit den sog. "Lima"bohnen, die viel Tryptophan enthalten, treten keine Symptome von Pellagra auf.

Niacin bzw. sein Amid kommt in Vollgetreide vor, im Weizenkeim, in Sojaprodukten, Hülsenfrüchten, Sesamkörnern, sowie in Bier und Hefe. Fleisch und Fisch sind ebenfalls gute Quellen für Vitamin PP.

Die makrobiotische Ernährungsweise kann Pellagra immer heilen.

Der Tagesbedarf liegt bei 12 bis 20 mg.

Überdosen von Vitamin PP äußern sich in Zyanose, Krämpfen mit Synkopen und Ataxien, also Unfähigkeit zur Koordination der Willkürbewegung.

Quelle: Hippokrates hatte recht / Ost West Verlag / Hubert Descamps