Vitamine

Vitamin B1

Es besteht aus Aneurin oder Thiamin, genauer Thiaminpyrophosphat.

Das allgemeine Symptom von Vitamin-B1_Mangel ist Schwäche. "Schwäche" übrigens heißt auf ceylonisch "beri"; im Fernen Osten nämlich wurde diese Krankheit zuerst beobachtet. Charakteristisch sind Störungen motorischer und sensibler Art, Kreislaufbeschwerden und Störungen bei der Auscheidung. Beriberi gibt es in zwei Ausprägungen:

  1. In "feuchter" Form oder Yin mit Ödemen, Ergüssen von Gewebsflüssigkeit, Herzbeschwerden - hier vor allem Herabsetzung des Herzrhytmus und Vergrößerung des Herzvolumens.
  2. In "trockener" Form oder Yang, vor allem die unteren Gliedmaßen sind von Lähmungserscheinungen betroffen.

Diese Krankheit ist die Folge, wenn die Ernährung im wesentlichen aus raffiniertem Getreide besteht, wie das bei weißem Reis, den Hindus in Indien und Ceylon esse, der Fall ist. Weißem Reis fehlt die Hülle, die das Aneurin und damit das Vitamin B1 enthält. Es wird deshalb mit Vitamin B1 angereichert, was reichlich abartig erscheint, wenn man den Vorgang kennt: damit das Vitamin B1 ins Reiskorn gelangt, wird der Reis in Wasser eingeweicht, dem synthetische Tenside zugesetzt wurden. Beim Trocknen verbleibt ein Teil des B1 als Staub auf der Oberfläche der Reiskörner und würde durch Reibung verlorengehen. Der Reis wird also mit einem synthetischen Leim besprüht, der das Polieren erleichtern soll und ganz ähnlicher Leim ist, wie er bei der industriellen Holzverarbeitung verwendet wird. Es ist wohl leicht zu verstehen, daß solcher Reis nicht mehr die Bezeichnung "Lebensmittel" verdient !

Vom ökonomischen Standpunkt aus wäre es ebenfalls viel logischer, Naturreis als solchen zu essen - und natürlich nicht nur, was die Vitamine betrifft, sondern auch, um ein ausgewogenes Gleichgewicht der verschiedenen Nährstoffe zu gewährleisten.

In ähnlicher Weise werden, vor allem in den USA, zahlreiche Lebensmittel mit Vitamin B1 angereichert, so etwa Weißbrot, Teigwaren, Frühstücksflockenmischungen, usw...

Der Tagesbedarf an Vitamin B1 liegt bei 1 bis 1,5 mg; es spielt eine ganz wichtige Rolle im Kohlehydratstoffwechsel.

Therapeutische Vitamin-B1-Gaben, die 15 mg überschreiten, können pathologische Auswirkungen haben, so etwa: Tetanie und Atembeschwerden bis hin zum Kollaps.

Wasserlösliche Vitamine, zu denen das B1 gehört, werden nicht im Organismus gespeichert, ein Überschuß wird durch die Nieren ausgeschieden und findet sich im Urin. Wurde jedoch eine zu hohe Dosis auf einmal verabreicht, kommt es oft zu den oben beschriebenen Vergiftungssymptomen.

Quelle: Hippokrates hatte recht / Ost West Verlag / Hubert Descamps