Vitamine

Vitamin A

Vitamin A besteht aus Axerophtol, das auch Retinol heißt und aufgrund seiner Instabilität oft in Form seiner Vorstufe, des Provitamin A, vorliegt; die chemische Bezeichnung hiefür ist beta-Carotin (mit der Rohformel C40H56) und durch Oxydation entsteht daraus Axerophtol oder Vitamin A (C20H30O).

Der Tagesbedarf eines Menschen von 60 kg schwankt zwischen 0,5 bis 1 mg, oder zwischen 1.500 bis 3.000 IE (wenn man ihn in Internationalen Einheiten ausdrücken will) bzw. liegt bei 2 mg beta-Carotin.

Vitamin A spielt eine wichtige Rolle für das Wachstum; ein gutes Funktionieren des Sehapparates, es beugt Nachtblindheit vor; es hat Schutzfunktion gegen Infekte, da es eine wichtige Rolle bei der Heilung von Zellgewebe hat.

Beta-Carotin, die Vorstufe des Vitamin A, findet sich in gelblichen Gemüsen wie Möhre und Kürbis (Hokkaidokürbis, der in Europa sehr gut wächst, sogar bis zu Höhen von 1.000 m, und sehr festes Fleisch hat). Diese beiden Gemüsesorten sind yang im Vergleich mit Spinat oder Salat, die ebenfalls Beta-Carotin enthalten, aber in geringeren Mengen.

100 g Nori-Algen enthalten 11.000 Mikrogramm Vitamin A, die entsprechende Menge Möheren 12.000 Mikrogramm. Da Vitamin A in der Leber gespeichert wird, finden sich beträchtliche Mengen in Tierleber, Lebertran, und in der Sahne von Butter und Milch.

Zu große Mengen von Vitamin A können bei Säuglingen akuten Hydrocephalus, der aber reversibel ist, bewirken - bei 500.000 IE oder 165 mg, wobei man wissen muß, daß 1 IE = 0,00033 mg; der Zustand kann chronisch werden. Bei Kindern oder Erwachsenen treten als Symptome Müdigkeit, Apathie, trockene Haut, Zahnfleischbluten und plötzliche Gliederschmerzen auf. Colan und Giroud stellten Veränderungen am Auge fest und bei Foeten Mißbildungen des Harnwegsystems.

Polarforscher berichteten, daß einige ihrer Kameraden nach dem Verzehr der Leber von Polarbären starben: das Vitamin A war dafür verantwortlich. Die Leber dieses Tiers enthält nämlich am meisten davon.

Eine Zeitlang wurde in Europa eine "Bräunungspille" verkauft; sie enthielt eine starke Dosis beta-Carotin, das sich im Organismus ganz sicher in Vitamin A umwandeln und eine Hautbräunung bewirken sollte. Es traten unterschwellige Stoffwechselstörungen auf und man sah Konsumentinnen, deren Haut an einigen Stellen Pigmentierungen gebildet hatte und an anderen nicht.

Quelle: Hippokrates hatte recht / Ost West Verlag / Hubert Descamps